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04.10.2019 | ARTIKEL

Ein Hoch auf die Bedenkenträger

Da ist er wieder, der Bedenkenträger! Alle haben nur darauf gewartet, dass er endlich die positive Stimmung vermiest und seine Bedenken gegen jeden und alles auf den Tisch bringt. Die eine Hälfte der Teilnehmer verdreht die Augen, die andere Hälfte wendet sich mit einem abschätzigen Wort auf den Lippen dem Nachbarn zu. Der Müller wieder, der olle Bedenkenträger …

Doch irgendwie wissen alle: Eigentlich hat er recht, so wie die letzten Male auch. Nur traut sich keiner, die eigenen Bedenken zu formulieren oder auch nur die Gedanken an mögliche Probleme zuzulassen. Und jetzt er. Immer wieder er. Denn es heißt doch immer: „Lösungen müssen her, keine neuen Probleme.“ – „Reden Sie nicht immer alles schlecht, etwas mehr Optimismus, bitte.“

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Sicherlich kennen Sie alle die Stimmung in hochrangigen Gremien, in denen für schwierige Probleme eine Lösung gefunden werden soll. Ob es sich um einzelne Projekte handelt, den fehlenden Auftragseingang, den schlechten Deckungsbeiträgen oder dem schleppenden Absatz der neuen Maschinenreihe, die doch endlich den Durchbruch im wichtigen Marktsegment XY bringen sollte. Jetzt braucht es Lösungen – und keinen Hinweis auf mögliche Probleme, basta!

Die Gespräche in der Runde drehen sich im Kreis und niemand wagt es, den Lösungsvorschlägen der Geschäftsführung zu widersprechen. Auch wenn die eine oder andere langjährige Führungskraft Zweifel an den möglichen Lösungsvorschlägen hegt, bleiben die meisten stumm. Mitarbeiter, die Risiken sehen und formulieren, haben es in den allermeisten Unternehmen nicht leicht. Glorreiche Ideen werden erwartet, stante pede! Mögliche Schwierigkeiten, die in ferner Zukunft liegen, interessieren meist nicht.

Jeder Redebeitrag, der nicht bereits nach drei Worten Zustimmung erkennen lässt, wird barsch abgewiesen. Spätestens nach der zweiten Aktion dieser Art wagt keiner der Anwesenden mehr dem zweifelhaften Vorschlag zu widersprechen. Bitte bedenken Sie aber: Es ist sehr mutig, in einer schwierigen Problemsituation die Stimme zu erheben und Zweifel an den Ideen zur Problemlösung zu formulieren.

Gold wert: ein gut geführtes Gespräch

Wichtig, es geht hier nicht um die Akzeptanz unendlicher Diskussionen zu alten Problemen. Es geht um die Erarbeitung von Lösungen, die den maximalen Erfolg ermöglichen. In der konstruktiven Diskussion wird zunächst das Problem kritisch betrachtet. Es sollten Lösungskriterien gefunden werden, um dann konkrete Maßnahmen zu definieren. Es reicht nicht aus, blind einer vorgefertigten Lösung zu folgen. Berechtigte Einwände und Bedenken sind zu diskutieren, zu bewerten und in die Umsetzungsaktionen mit einzubeziehen.

Die Kunst in der Gesprächsführung ist die feine Unterscheidung zwischen
a) den fortlaufenden vergangenheitsorientierten Problembeschreibungen, die keinen Beitrag zur Lösung der aktuellen Themen bringen, und
b) den berechtigten Einwänden, die auf mögliche Schwierigkeiten bei den diskutierten Aktionen hinweisen.

Eine vertrauensvolle und konsequente Diskussionsführung ist elementar, um berechtigte Bedenken wertzuschätzen, gleichzeitig eine Lösung zu finden und deren Umsetzung zu ermöglichen.


Wie gut, dass die Einbindung von Bedenkenträgern nicht alles ist im Management. Wie Sie ihre Ergebnisvorgaben erreichen und die Balance im Leben halten, zeige ich Ihnen in meinem Ghost-Management. Vereinbaren Sie ein kostenloses Strategiegespräch.


 Geben Sie dem Bedenkenträger Raum – doch!

Die Frage ist also: Geht es um reinen Aktionismus, um einer dritten Partei zu zeigen, dass etwas passiert, oder geht es um die wirkliche Lösung eines Problems? Die Komplexität ist in den meisten Fällen sehr hoch und einfache Lösungen gibt es nur selten. Und doch bringt man sich als Geschäftsführung, die dem Bedenkenträger nicht zuhört, um Chancen: Die Zweifel könnten angebracht sein, in einem gut geführten Gespräch könnten innovative Lösungen gefunden werden.

Deshalb: Schenken Sie den Bedenkenträgern Ihr Gehör. Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter ernst, im besten Sinne! Fordern Sie den Blick auf die Probleme ein. Dies erreichen Sie etwa mit folgenden Fragen und Anregungen: „Was kann schlimmstenfalls passieren, wenn wir den diskutierten Weg einschlagen?“ Oder: „Lassen Sie uns fünf Punkte finden, die gegen den jetzigen Lösungsvorschlag sprechen.“

Mit diesen Tipps beteiligen Sie alle an einem konstruktiven Gespräch:

  1. Nehmen Sie ganz bewusst den Teufelsadvokaten mit an den Tisch.
  2. Fordern Sie die Teilnehmer auf, die möglichen Probleme zu benennen.
  3. Schaffen Sie den Raum, in dem unausgesprochene Bedenken benannt werden können.
  4. Sehen Sie in den Bedenken keinen persönlichen Angriff, es geht um die Sache.

Ja, das wird keine einfache Runde, vor allem, wenn Sie das so noch nie getan haben. Verantwortung und vertrauensvolles Handeln bedeutet nicht, dem aktuellen Druck mit kosmetischen Lösungen beizukommen. Es geht vielmehr um Lösungen, die halten, was sie versprechen. Die müssen Sie auch nicht immer allein finden. Nutzen Sie das Potenzial Ihrer Mitarbeiter – auch das der Bedenkenträger!

Bedenken Sie: Wenn alle einer Meinung sind, war mindestens eine Person nicht ehrlich.

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