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20.07.2018 | ARTIKEL

Einsamkeit im Management

Peter sitzt in seinem Büro und starrt in die Kamera seines Notebooks. Er denkt seit einiger Zeit über die Frage nach, wann die Einsamkeit sich in sein Leben geschlichen hat. Seit wann er niemanden mehr im Unternehmen hat, mit dem er sich vertrauensvoll bei wichtigen Entscheidungen austauschen kann. Peter kann sich schlecht konzentrieren, starrt ins Leere, und er verliert immer wieder den Faden. Die Ergebnisse seiner Abteilung liegen schon seit Wochen deutlich hinter den Zielen und eine Lösung hat er nicht. Deswegen sitzen wir zusammen in einer Skype Sitzung.

Wann fängt es an?

Nach einer Weile erzählt mir Peter von seinem ersten Schritt aus der Mitarbeitergruppe heraus, hin zu einer Führungskraft. Ein Schritt, der – wie für die meisten Menschen – eine große Veränderung mit sich bringt. Er kann sich noch gut an die Situation erinnern, als er der Abteilung eben nicht mehr als Mitarbeiter, sondern als neuer Vorgesetzter vorgestellt wurde. Die ersten Veränderungen waren offensichtlich: Es gab ein neues Büro, einen Dienstwagen, Neid und vom ersten Moment an auch nur noch eine eingeschränkte Offenheit der ehemaligen und neuen Kollegen. Die Kollegen von gestern waren die neuen Mitarbeiter, mit denen man vielleicht am nächsten Tag schwierige Gespräche hätte führen müssen. Und die damals neuen Kollegen waren vor allem Konkurrenten für den möglichen nächsten Karriereschritt. Die Einsamkeit schlich sich jedes Mal mit durch die Tür, als Peter in sein neues Büro trat oder in seinen BMW stieg.

Seine Frau hat sich vor einigen Wochen von ihm getrennt und ist mit den Kindern ausgezogen. Irgendwann konnte sie die immer gleichen Geschichten aus der Firma nicht mehr hören. Es war eine Endlosschleife von Frust und Einsamkeit und sie fühlte sich wie sein seelischer Mülleimer, bis sie nicht mehr konnte. Peter war nicht mehr im Stande klar zudenken, fand keinen Ausweg aus seiner Misere, war ungerecht und in sich gekehrt. Ihm fehlte der Mut, seiner Frau einzugestehen, dass er Versagensängste hatte. Jeden Monat neu. Und fast jede Nacht.

Es gibt weniges, was seit Peters erster Führungsaufgabe gleich geblieben ist. Außer dem BMW ist es wohl nur die Einsamkeit, die sich durch die vielen Reisen und dem steigenden Zeiteinsatz nach jeder neuen Karrierestufe ausgeweitet hat – allerdings auch auf das Privatleben. Das einzig konstante Gefühl, das sich in vielen Konflikten bewährt hat: „Ich muss das alleine schaffen.“

Die Konsequenzen

Wer einsam ist, hat oft nicht die erforderliche Offenheit, anderen zu zuhören oder vielleicht sogar die Meinungen anderer zu akzeptieren oder gelten zu lassen. Die Mitstreiter werden weniger, die Entscheidungen durch komplexe Markt- und Konkurrenzsituationen schwieriger und bedeutsamer. Wenig Schlaf durchsetzt mit Schlafstörungen durch Wachphasen mit rasendem Herz, frühem Aufwachen und dem immer gleichen Gedankenkarussell, lassen die Konzentrationsfähigkeit rapide sinken. Das lässt die Unsicherheit und Verschlossenheit weiter ansteigen. Die Nervendecke ist sehr dünn und jeder noch so kleine Rückschlag löst weitere Zweifel an den eigenen Fähigkeiten aus.

Wie kommt man da wieder raus?

Vom Beginn Peters Geschichte gedacht, ist es vor allem das private Umfeld, welches nicht kampflos aufgegeben werden darf. Es ist wichtig, sich mit engen Freunden auszutauschen und die eigenen Zweifel artikulieren zu dürfen, um so einen Weg aus der Einsamkeit zu finden und die Leistungsfähigkeit für den Job und die Familie sicher zu stellen.

Mit jeder weiteren Stufe wird es schwieriger, es ist aber nicht unmöglich. Manche ziehen sich aus ihren Jobs heraus, andere kämpfen noch mehr und wieder andere suchen sich professionelle Hilfe.

Egal, für welchen Weg sich jemand entscheidet: Es gilt, konkrete Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten und wieder zu einer realistischen Einschätzung derselben zu gelangen. Persönliche Reflektion in einem ungestörtem Raum und die Unterstützung von Profis, sind die schnellsten Möglichkeiten, wieder zu einem ausgeglichenen Arbeits- und Privatleben zu finden.

Ghost Management by Jörg Bothe https://joerg-bothe.de/ghostmanagement/

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