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Realistische Ziele sind geschäftsschädigend!
Besser geht immer
Vertrauen und Respekt führen zu Höchstleistungen!
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Lasst die Manager doch endlich mal zufrieden!
Schluss mit Führungsangst
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05.07.2018 | ARTIKEL

Goodbye Smart

Täglich setzen wir uns Ziele und immer haben wir die seit langem bekannte SMART-Formel im Kopf: Das Ziel muss spezifiziert, messbar, ambitioniert, realistisch und terminiert sein. Auf den ersten Blick klingt das logisch.

Ich bin jedoch der festen Meinung: SMART ist geschäftsschädigend!

Vielleicht nicht heute, aber morgen oder spätestens übermorgen, werden wir die Zeche für unsere Bequemlichkeit zahlen.

Denn wie sieht die Praxis smarter Ziele aus? Spezifiziert wird so lange, bis der Korridor, der zum Ziel führen soll, so eng ist, dass wir unsere Gedankentrampelpfade nicht verlassen müssen. Der ambitionierte Teil wird, wenn nach langen Diskussionen von der Ambition überhaupt noch etwas übrig ist, schnell mit der Realismuskeule wieder auf Komfortzonenmaß eingeebnet. Zu guter Letzt werden sämtliche anderen Aufgaben so lange aufgezählt, bis der Zielerreichungstermin maximal in die Zukunft verschoben wurde und niemanden mehr wehtut.

Denn genau das darf in den Augen vieler nicht geschehen: Ziele setzen, die wehtun könnten. Stattdessen gilt für neue Projekte oder Geschäftsziele meist die Formel:

Ziel = realistisch + langfristig + Komfortzone

Wo aber haben uns die SMART-Ziele hingebracht? Seien wir doch mal ehrlich: Viele Unternehmen sind relativ gut, sind vielleicht etwas besser als die Konkurrenz. Auf einer Skala von 1 – 10 liegen sie vielleicht bei 4,7 oder 5,3 und die Konkurrenz ist gefühlt etwas dahinter. Aber welches Unternehmen ist schon absolut gut? Wer kann schon von seiner Abteilung, seinem Unternehmen behaupten, auf eben dieser Skala bei mindestens 9,7 zu liegen oder auch nur dieses Ziel anzustreben? Welche Potentiale lassen Sie aber dadurch in Ihren Organisationseinheiten liegen? Stellen Sie sich einmal vor, wie Ihr Unternehmen, Ihre Abteilung aussehen würde, wenn sie 97% der möglichen Potentiale Ihrer Mitarbeiter und Ihrer Organisation ausgeschöpft hätten. Eine wunderbare Welt würde sich Ihnen auf tun!

Die Situation in vielen Bereichen weicht jedoch leider erschreckend weit davon ab. Demotivation, innere Kündigung, viel zu geringe Gestaltungsmöglichkeiten und Prozesse aus dem letzten Jahrtausend bestimmen den Alltag. Wir setzen voraus, dass unser aktuelles Vorgehen und unsere Sichtweisen auch den maximal erreichbaren Zielhorizont beschreiben. Wir schränken unseren Horizont damit ein und mit jedem realistischen Ziel verkleinern wir das Fenster, durch das wir den Horizont sehen können. Wenn Sie in den Grenzen der bisherigen Denkweisen bleiben, dann kommen also auch nur „realistische Ziele“ zu Stande.

Wenn Sie aber bereit sind, neu zu Denken, die bestehenden Denkgrenzen einzureißen und außergewöhnliche Herausforderungen als Ziele zu beschreiben – dann haben Sie die Chance, ein wirklich absolut gutes Unternehmen zu werden. Die Mitarbeiter sind dann motiviert und zufrieden, weil sie gefordert sind, an der Gestaltung des Unternehmens beteiligt werden und ihre Potentiale zum Nutzen des Unternehmens und der Mitarbeiter einsetzen können!

Außergewöhnliche Herausforderungen formen neue Gedanken, „Wie soll das gehen?“ Diesen Ausspruch haben Sie alle schon einmal gehört, wenn Ihr gegenüber sich im ersten Moment nicht vorstellen kann, wie die Herausforderung gemeistert werden kann. Und es ist genau die richtige Frage, denn es geht nicht darum, „ob“ das Ziel erreicht werden kann, sondern nur „wie“. Wie setzt Potentiale frei, hinterfragt bestehendes und formt damit neues Wissen.

Vor einiger Zeit saß ich mit Stefan in meinem Büro. Ein paar Tage zuvor hatte ich den Vertrieb als Interim Manager übernommen, dem Unternehmen ging es sehr schlecht. Auf meine Frage nach seinem Ziel, antwortete Stefan: „30 Mio. Euro, mehr geht auf gar keinen Fall!“ Ich legte 50% drauf, 45 Mio. Euro. Stefan reagierte wie erwartet, seine Entrüstung zeigte sich in dem Ausspruch: „Das ist völlig unrealistisch! Wie soll das gehen?“ Beide Aussagen waren aus seiner Sicht absolut gerechtfertigt, denn er hatte keine Erfahrung mit einer außergewöhnlichen Herausforderung und vielleicht hatte er auch Angst vor den persönlichen Konsequenzen, wenn das neue Ziel nicht erreicht werden würde.

Sie werden mir aber sicher Recht geben, dass Stefan für eine Zielerhöhung auf 31 oder vielleicht auch 32 Mio. Euro die Vorgehensweisen, die Prozesse, die Aufgabenzuschnitte der Mitarbeiter, doppelte und dreifache Bearbeitungen in der Abteilung nicht hinterfragt hätte. Er hätte seine Verkäufer maximal zu einer höheren Schlagzahl angetrieben. Bei 50% mehr Umsatz hat das aber nicht mehr gereicht.

Also, raus aus den routinierten Abläufen, intelligent die wichtigsten limitierenden Faktoren hinterfragen, sich auf die Aspekte des eigenen Einflussbereichs konzentrieren und schnell sein.

ZIEL = außergewöhnlich + schnell + neu denken!

Vergessen Sie realistische Ziele und setzen Sie ihren Mitarbeitern ganz bewusst außergewöhnliche Herausforderungen. Nur so werden die bisherigen Denkmuster aufgebrochen und Ziele bekommen eine neue Bedeutung.

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